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Ratgeber

Online-Terminbuchung im Studio einführen: die 7-Schritte-Checkliste

Von der Liste deiner Behandlungen bis zum Buchungslink in der Instagram-Bio: Was du vorbereiten musst, welche Entscheidungen anstehen und welche Fehler Studios beim Start am häufigsten machen.

Kristina Janz 6 Min. Lesezeit

Die Technik ist der kleinste Teil. Was ein Buchungssystem gut oder nervig macht, sind die Entscheidungen davor: Welche Behandlungen, wie lang, mit welchen Regeln. Diese Checkliste ist die Reihenfolge, in der wir bei der Einrichtung mit jedem Studio vorgehen.

Schritt 1: Behandlungen aufschreiben – so, wie Kunden sie suchen

Nimm deine Preisliste und frag dich bei jedem Eintrag: Würde eine Kundin danach suchen? „Hydro-Lift-Intensivkur Stufe 2“ versteht niemand, „Gesichtsbehandlung mit Feuchtigkeitsmaske (60 Min.)“ schon.

  • Eine Behandlung = ein buchbarer Eintrag. Keine Sammelposten wie „Kosmetik nach Absprache“.
  • Klare Namen, kurze Beschreibung, Preis. Zwei Sätze reichen: Was passiert, für wen ist es.
  • Gruppen bilden: Gesicht, Körper, Nägel, Wimpern – so findet sich die Kundin zurecht.

Typischer Fehler: 40 Einzelvarianten, von denen 30 nie gebucht werden. Weniger ist hier mehr; Sonderwünsche klärt man im Termin.

Schritt 2: Realistische Dauern – mit Puffer

Die Dauer bestimmt, welche Slots das System anbietet. Zu kurz kalkuliert, und du hetzt; zu lang, und du verschenkst Termine.

  • Miss eine Woche lang, wie lang die Behandlungen wirklich dauern – inklusive Begrüßung, Umziehen, Kassieren.
  • Plane Puffer ein: 10–15 Minuten Nachbereitung, die das System automatisch anhängt, ohne dass der Kunde sie sieht.
  • Bei Kombinationen (Maniküre + Pediküre) eigene Dauer hinterlegen, nicht einfach addieren.

Schritt 3: Regeln festlegen, bevor die erste Buchung kommt

Das sind die Entscheidungen, die später den Ärger sparen:

  • Vorlauf: Wie kurzfristig darf gebucht werden? (Häufig: mindestens 2 Stunden, bei aufwendigen Behandlungen 24 Stunden.)
  • Absagefrist: Bis wann kostenlos? (Häufig: 24 Stunden.)
  • Neukunden: Alle Behandlungen sofort buchbar – oder erst nach einer Erstberatung? Mit Anzahlung?
  • Wer darf was: Stammkunden-Behandlungen wie „Refill“ nur für Kunden, die schon ein Set haben.
  • Mitarbeiterinnen: Wählt die Kundin die Person, oder verteilt das System?

Schritt 4: Öffnungszeiten und Ausnahmen

Nicht nur die regulären Zeiten, sondern auch: Urlaub, Feiertage, Fortbildungstage, der freie Mittwochnachmittag. Alles, was nicht eingetragen ist, wird gebucht.

Bei mehreren Mitarbeiterinnen: jede mit eigenen Zeiten. Das System bietet dann nur Slots an, die wirklich frei sind.

Schritt 5: Formulare – nur, was du wirklich brauchst

Anamnese bei Permanent Make-up, Einwilligung bei Laser, Kontaktdaten überall. Formulare, die Kunden vor dem Termin online ausfüllen, sparen dir im Studio Zeit und liegen beim Termin schon vor.

Aber: Jedes Pflichtfeld kostet Buchungen. Name, Telefon, E-Mail – mehr braucht eine einfache Maniküre nicht. Gesundheitsfragen nur dort, wo sie behandlungsrelevant sind.

Das beste System bringt nichts, wenn niemand den Link findet. Die vier Orte, die zählen:

  1. Google-Unternehmensprofil – der Button „Termin buchen“ direkt im Suchergebnis. Der wichtigste Ort überhaupt.
  2. Instagram-Bio – ein Link, kein „Schreib mir eine DM“.
  3. Website – Button oben rechts, auf jeder Seite.
  4. WhatsApp-Status und Story-Highlights – für alle, die dich sowieso dort verfolgen.

Und im Studio: ein QR-Code am Empfang, damit die Kundin den Folgetermin direkt bucht.

Schritt 7: Die ersten zwei Wochen – beobachten und nachjustieren

Nach dem Start zeigt sich, was noch nicht passt: Eine Behandlung wird nie gebucht, weil der Name unklar ist. Der Puffer ist zu knapp. Der Vorlauf zu lang. Das ist normal – ein gutes System lässt sich in Minuten anpassen, ein guter Anbieter macht das für dich.

Erzähl in diesen zwei Wochen jeder Kundin beim Verabschieden, dass sie jetzt online buchen kann. Die Stammkundschaft muss den Weg einmal gehen – danach macht sie es von allein.

So läuft es bei uns: Du gehst diese Liste mit Kristina im Beratungsgespräch durch, wir richten alles ein – Behandlungen, Dauern, Regeln, Formulare, Buchungslink – und du bekommst die fertige Buchungsseite zum Prüfen. Die Anpassungen danach sind eine WhatsApp entfernt.

Kurz zusammengefasst

  1. Behandlungen so benennen, wie Kunden suchen – weniger, klarer.
  2. Dauern messen, Puffer einplanen.
  3. Vorlauf, Absagefrist, Neukunden-Regeln vorab festlegen.
  4. Alle Zeiten und Ausnahmen eintragen.
  5. Formulare nur mit nötigen Feldern.
  6. Buchungslink ins Google-Profil, in die Instagram-Bio, auf die Website, als QR-Code.
  7. Zwei Wochen beobachten, nachjustieren, jeder Kundin davon erzählen.
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